Loading Background...
bg5.jpg

Last and least: Popstars (TV) E-Mail
Geschrieben von Roschee   
Samstag, 25. August 2007

Zirkusbären werden immer häufiger nicht mehr angekettet.Meine Freundin und ich, beide grosse Popstars-Fans der ersten Stunde, haben seit der aktuellen Staffel ein neues Spiel eingeführt: Für jedes Mal "Last but not least", das den Sprachorganen der Jurymitglieder zu entnehmen ist, exen wir einen Grappa. Seither gehen wir jeden Donnerstag stockbesoffen ins Bett (und das ist noch das Beste an der neuen Staffel).


Am ersten Abend haben wir beim Spielen den Grappa noch für jeden Anglizismus geext. Doch das nahm unangenehme Formen an. Sowieso empfinde ich die aktuelle Staffel, neben diesem im Fünfminutentakt abgegebenen und äusserst anstrengenden Last but not least, als ziemlich eigenartig. So gesehen ist diese neue Staffel ein gutes Beispiel, um zu zeigen, wie man ein erfolgreiches Format in kurzer Zeit zerstören kann:

Da ist zum einen die Jury, die sich plötzlich in verschiedenen Rollen behaupten muss. Einmal beim coachen, dann beim  Bewerten der Performances und neu beim Anmoderieren einzelner Acts. Hilflos und mit den Händen im Hosensack kündigen der latent aggressive Zirkusbär Detlef D! Soost, das Rumpelstilzchen mit Brille Dieter Falk und Lisa Marie Presleys Mutter Jane Comerford die Kandidaten für den  heissesten Act Deutschlands an. Und das sind nicht wenige: in jeder Sendung lerne ich wieder ein neues Face kennen. Das deshalb, weil irgendein Brain der Redaktion die geniale Idee hatte, man könnte neben Sängern auch noch Dancers suchen. Dies hatte zur Folge, dass sich wohl jeder in Deutschland lebende Secondo angesprochen fühlte und den innigen Wunsch verspürte, Popstar zu werden. Und dann immer wieder das obligate (und von mir in einem anderen Blog schon zum Untergang verdonnerte) Umarmen und Küssen – Pardon: Hugging und Kissing – untereinander. „Ja, liebe Raha, das war echt Scheisse. Und jetzt ab zu deiner Familie und hol‘ dir deine Portion Streicheleinheiten“, tönt es aus den Juryrängen.

Popstars on Stage wird aufgezeichnet in Füssen.  Dabei ist der Name noch nicht einmal das Lustigste daran: Diese Location passt zu Popstars wie Glasritzen zu Detlef D! Soost. Das Festspielhaus Füssen erinnert eher an ein Sanatorium oder an ein Rehabilitationszentrum für ehemalige Leistungssportler, als an the hottest spot für junge Talente in Deutschland. Die Szenerie erinnert mich die ganze Zeit an Shining, den genialen Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Eigentlich warte ich ja nur darauf, dass D! mit irrem Blick und einer Axt in der Hand den Buben und Mädchen dieser Singschule hinterher rennt und dass sich die Aufzüge mit Blut füllen. REDRUM, REDRUM…

To make a long story short: Wieso schaue ich das eigentlich?

Popstars on Stage: Donnerstag 20:15, ProSieben
Zu Favoriten hinzufügen (208) | Aufgerufen: 824

Artikel kommentieren

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melde Dich an oder registriere Dich.

Powered by AkoComment Tweaked Special Edition v.1.4.2