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Hit-shit E-Mail
Geschrieben von Andrea Jansen   
Sonntag, 08. Juli 2007
ohren

Ich habe ein ganz blödes Duschradio. Vielleicht bin auch ich zu blöd, es zu bedienen. Aber die erste Möglichkeit gefällt mir besser.

Es lässt sich zum Beispiel nicht einfach ein- und ausschalten. Jedes Mal muss man einen Timer stellen, und nach Ablauf der Zeit fängt der dann penetrant an zu piepsen, bis man – das Tüchli um den Kopf gewickelt, die Hände voll Bodylotion – unter akuter Ausrutschgefahr wieder in die Dusche kraxelt um den richtigen (welchen?) Knopf zu drücken. Dank des Timers habe ich nun immerhin herausgefunden, dass es durchschnittlich 9 Minuten dauert, bis Haut und Haar gereinigt sind. Und, dass man in diesen 9 Minuten problemlos siebenmal das Wort „Megahit“ um die frisch gewaschenen Ohren gehauen kriegen kann. Vorausgesetzt, das Duschradio ist auf eine Lokalradiofrequenz „getunt“. Und mein Duschradio ist wie gesagt ein blödes. Denn nur diese Frequenzen spielt es rauschfrei.  

Mit etwas Glück kann ich beim Duschen die neuesten Megahits mitträllern. Von „uum-be-rella, eh eh eh eh eh eh eh eh….“ bis „oooooooh Tschiuaua“. Mit etwas Pech muss ich dazwischen kurz für die Radiowerbung der Autogarage Bümpliz und der Biometzgerei Ostermundigen pausieren. Und wenn Fortuna grad selber am duschen ist, dann werden die Hits und Megahits moderativ unterbrochen, um die nächsten Knüller gebührend anzukündigen und mich im Lokalradiosingsang (in der Satzmitte wird die Stimme jeweils gehoben, danach gesenkt und das letzte Wort separat abgesetzt – immer) daran erinnern, wieviel ich heute noch „bügle“ muss und wie lange es noch bis zum „Fyrabe“ dauert, bis ich meine „Bude“ dann verlassen kann. Da kommen mir jeweils die Tränen – weil mir vom vielen Kopfschütteln das Shampoo in die Augen geraten ist.  

Vorstellungsgespräch bei einem Berner Lokalradio: „Chasch mau „Hits“ sägä?“ „Hitz.“ „Hmmm…nid schlächt: Hits, Hits!“  „Hits. Hits!“ „Super, da ghöri Talänt. Und itz e chly schwieriger: Megahits.“ „Megahits.“ „Mega! D’Megahits vo hüt.“ „D Megahits vo hüt.“ „Du bisch ächt es Naturtalänt! Und itz probier mau ganz nätt z grinse, während das seisch. Weisch, üsi Hörer bim bügle ir Bude müesse ghöre, dass Du guet druff bisch!“ „:-).“ „No chly meh! D’Muuwinkle hingere bis zu de Ohre!“ „:-D.“ „Suuuper! Mega! Du bisch e Hit!“ Oder so. Beim andern Radio gibt’s wohl am Anfang noch einen Eignungstest. Frage: Wofür steht „Käpitäl Eff Emm“? 

Ich habe soeben beschlossen, ab morgen meine Konzerte in der Nasszelle a cappella zu singen. Oder noch besser: dem Rauschen zu lauschen.


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Kommentare (2)
09-07-2007 20:30
Deshalb.....
..... führe ich in meinem Badezimmer einen Cd- Spieler mit Fernbedienung. Da gibt es kein Stören durch irgendweleche Werbepausen während dem "mitträllern" der "Megahits vo hüt" :-)  
 
Mein Tipp, ersetzen des Duschradios, durch ein Cd-Spieler oder eine Ipod-Station.....?
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14-07-2007 08:40
Öhm...
Ich probiere mir das grad plastisch vorzustellen, in meinem zu kleinen Bad in meiner viel zu kleinen Badewanne. Ich bin ja froh wenn ich da wieder schnell raus komme, und dann genüsslich statt Träller-Werbung mit Musik dazwischen, FERNSEHEN tue! Ehrlich: Keine Werbeunterbrechung! 
 
*Zapp* 
 
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*abstell* 
 
Ich sollte mehr baden.

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