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Babel... schon der Name macht mich wahnsinnig. Sprich das mal auf Englisch aus: "Beibel", "Bäbel"? Wobei mit Bäbel kommen wir der Sache schon ziemlich nahe. Sowohl Brad Pitts Partnerin Cate Blanchett als auch er selber sind Bäbi in diesem Film.
Oder reicht es jetzt schon, einen Film mit mindestens vier scheinbar unabhängigen Handlungssträngen, die am Schluss wie von Geisterhand zusammenlaufen, zu präsentieren? Ich finde nicht.
Zur Geschichte: Frau Blanchett ist mit Ehemann Herr Pitt in Marokko, es kriselt in ihrer Ehe. Mit einer Gruppe heillos überforderter US-Touristen tuckern sie in einem Bus durchs marokkanische Hinterland. Plötzlich - Peng!- hat's ein Loch in dem Fenster, an das sich Frau Blanchett gelehnt hat. Und plötzlich ist sie noch stummer als vorher und hat eine Sauerei auf dem Latz. Panik, Panik, der Bus hält an, die Frau hat ein Loch unter der Schulter und muss schleunigst in ein Spital. Das ist zu weit weg, also legt man die Patientin in eine Lehmhütte im authentischen marokkanischen Kaff und versucht sie durchzubringen. Die Kugel haben zwei kleine marokkanische Buben abgefeuert, das Spielzeuggewehr haben Sie vom Vater zum Abknallen von Kojoten erhalten. Das Gewehr wiederum gehörte einem japanischen Touristen, der es vor seiner Rückkehr Marokko und seinen Menschen hinterlassen hat. So, jetzt haben wir schon mal ein, zwei, drei Geschichten. Hmm... fehlt noch eine. Ach ja, Herr Pitt und Frau Blanchett haben ja im guten, alten Kaliforniern zwei süsse Kinder, selbstverständlich gut versorgt von einer dicklichen mexikanischen und vor allem illegalen Nanny. Diese möchte furchtbar gerne an die Hochzeit ihres Sohnes, soweit noch verständlich, und nimmt, weil sie kein Ersatznanny findet, die Kinder kurzerhand mit über die Tijuanische Grenze nach Mexiko. Am Fest, das so ist, wie ich mir feiernde Mexikaner vorstelle, haben nicht nur die Kinder ihren Spass, sondern auch ein Verwandter, der spätnachts alle drei wieder zurück nach Kalifornieren fahren soll. Sturzbesoffen natürlich. Bei der Passkontrolle dreht dieser durch, drückt aufs Pedal und rast den verdutzten Grenzwächtern davon in die nächtliche Wüste. Weil's auf der plafonierten Strasse Richtung Freiheit zu langweilig ist und ihm unterdessen auch ein Dutzend Streifenwagen folgen, biegt der sympathische Mexikaner kurzerhand links Richtung Niemandsland ab. Sie halten an, er kommt auf die Idee, Frau und Kinder zurückzulassen (mit der Absicht, sie später zu holen) und düst davon. Natürlich kommt er nie wieder zurück und die drei angsterfüllten Schicksalsgenossen freuen sich auf 50 Grad ohne Schatten.
Tja und der Rest ist schnell erzählt: Natürlich findet der Vater heraus, dass es seine Buben waren, die den Schuss auf den Bus abgefeuert haben. Natürlich stirbt einer der beiden Buben äusserst dramatisch. Natürlich finden die beiden anderen Kinder nach Hause. Natürllich hat die illegale Nanny danach ein Arbeitsproblem. Natürlich stirbt Frau Blanchett nicht und natürlich hat auch der ehemalige Besitzer des Schicksalsgewehrs aus Japan seine trächtige Geschichte.
Und natürlich finden die vier Geschichten am Schluss meisterhaft zusammen.
Reicht das? Wahrscheinlich schon: 7 Oscar-Nominierungen...
Offizielle Website: http://www.paramountvantage.com/babel/
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