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J.P. Love (TV) E-Mail
Geschrieben von Roschee   
Freitag, 26. Januar 2007

Immer mehr Sikhs trennen sich vom TurbanAlso grosser Fan nächtlicher Lebensberatung in Form des Wunderkind-Hypnotiseurs Mike Shiva (an dieser Stelle kann ich nur wärmstens www.mike-shiva.com empfehlen) bin ich eigentlich davon ausgegangen, das nichts mehr geht. Wie so oft im Leben muss man manchmal schmerzhaft dazu lernen: Der Love Talk mit J.P. Love Schrägstrich Banker Schrägstrich Pornodarsteller explodiert im Anschluss an die Kartenleger-Posse von Shiva und seinen Gästen ungefiltert im Gesichtsfeld des schlaflosen Fernsehgourmands.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber Gott sei Dank haben sie J.P. (Jean Pierre? Jean Philippe? John Paul? Johann Paul?) auch nicht 5 Minuten in den Anfängerkurs für Interviewtechnik geschickt. Gekonnt ignoriert er jede Regel der Interviewführung, springt von einem Thema zu nächsten, als ob er in seinen Filmen die dauergeile Superbumsblondine mimen würde und versteht es ausgezeichnet, mit seiner Mimik und Gestik dem Gesagten das adäquate Gewicht zu verleihen. So wie neulich etwa (ich war bereits ein angefixter Stammgast seines Love-Talks), als er einen nicht minder attraktiven Gast, nennen wir ihn Hans (wer kann sich bei dem Anblick schon Namen merken), an seinem 25-Franken IKEA-Bistrotisch begrüssen durfte (J.P: will eigentlich nie etwas, er möchte, dürfte und würde gerne). Auch Hans hat Schrägstriche in seiner Bauchbinde, die seine Person den Zuschauern vorstellt: Strassenbauer / Pornodarsteller / Stripper. Von letzterem will natürlich nicht nur ich, sondern zum Glück auch Jean Philippe eine Demonstration. Hans bewegt sich. Etwa so, wie es sein Äusseres vermuten lässt: wie ein entrückter Schweinebauer aus dem Emmental. Aus dessen Dorferotikladen ist dann auch sein Tanga (im Zebramuster). Als die Musik aufhört, merken beide, dass jetzt genug ist und Hans setzt sich zurück an Johann Pauls Bistrotischli. Das Gespräch geht weiter, ich erfahre, dass es Hans vor der Kamera nur mit Frauen treibt, dass er eigentlich alles gern macht und dass er lieber sein oranges Strassengwändli gegen das Kondom im Dauereinsatz tauschen möchte. John Paul findet das selbstveständlich grossartig, grossartig findet er auch Hans, seinen Strip und sowieso.

Vor seinem Kussmund, den er gekonnt (man merkt ihm die fundierte Theaterausbildung sofort an) Richtung Kamera haucht, einigen sich die beiden noch darauf, dass sie gerne mal gemeinsam vor der Kamera schweineln würden bevor uns dann die auszoomende Kamera das Studio in seiner ganzen Schönheit präsentiert.

Leicht irritiert angesichts dieser Überdosis Randgruppen-Service-Public brauche ich vor dem Augenschliessen noch 10 Minuten SMS- und Jamba-Werbung mit pornographischem Inhalt auf 3+. Normal, halt.

Guet Nacht.

Love-Talk: http://www.u1tv.ch/show/lovetalk/lovetalk.aspx  


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Kommentare (3)
26-02-2007 10:43
Nachtrag...
Ich mache mir ein wenig Sorgen um den Love-Talk: gestern war das Duo Liebestoll zu Besuch bei J.P., was schon verstörend genug war. Was mich aber wirklich beunruhigt hat, waren die Bohrgeräusche, die während der Sendung zu hören waren. Da scheint doch tatsächlich jemand im Hintergrund einen Dübel versenkt zu haben. J.P., professionell wie er ist, ignorierte tapfer das penetrante Geräusch. Man kann das ja auf zwei Arten interpretieren: entweder, bedingt durch die sensationellen Zuschauerzahlen, beginnt man sanft mit der Renovierung des Studios (gut, man kann damit ja warten bis nach der Sendung), oder, die Aussenwelt versucht nun mit brachialen Mitteln in den Bunker von J.P. einzudringen...
Roschee
12-04-2007 21:23
:)))
diese texte, einfach der hammer! kann mich kaum erholen und es ist soooo wahr! den striper hab ich vorgestern gesehen und mich totgelachen. merken die nicht dass die soooooo extrem peinlich sind???
Dödi
14-06-2007 10:19
Re-Zap
Zugegeben, es ist ein paar Tage her, seit ich das letzte Mal bei J.P. reingezappt bin. Gestern habe ich jedoch selbiges wieder einmal getan und folgendes bemerkt: 
 
Die Bohrgeräusche haben Früchte getragen. Hinter J.P. und seinem Gast gibt's neu eine grosse Leinwand, auf der Szenen aus (ich nehme mal an mit dem Gast in Bezug stehenden) Filmen gezeigt werden. Damit die Szenen nicht allzu stark von den eloquenten Dialogsergüssen ablenken, haben die Produzenten geschickt das Bild aufgehellt. So stark, dass man kaum mehr erkennen kann, was im Hintegrund genau gezeigt wird und so raffiniert, das ich definitiv - auch nicht, wenn die quirlige LouLou Asia zu Gast ist - nicht mitbekomme, was die zwei Gestalten im Vordergrund zusammen parlieren. 
 
Auch neu: oben und unten am Bild gibt's ein grafisches Element, einen geschwungenern Balken, dank diesem uns der Fokus noch genauer vorgegeben wird: Mitte, Grind mit Brille und schitteren Haarfetzen links und rechts. 
 
Man kann, nach einer kurzen (Bedenks-)Pause des Produktionsteams, nun doch wieder live ins Studio anrufen. Grossartig. War leider schon im Bett und das Telefon im Wohzimmer. Ganz zum Schluss, nach exakt 11 Aufrufen duch J.P., hat dann doch noch jemand angerufen: 1. Frage an Loulou Asia ("Wann hattest du das erste Mal Sex?" Gähn...), 2. Frage an LouLou Asia ("Wie alt bist du?" Hoppla...). LouLou will das natürlich nicht preisgeben, worauf J.P. dem Anrufer total aufgeregt anbietet, ihm das Alter exklusiv zu verraten, falls er nach der Sendung auf J.P.s private Nummer (0901 XXX YYY, CHF 4.50 pro Anruf und Minute) anrufen würde. Darauf der Anrufer salopp: "Also, ich lüüt nümme a..."  
 
Ich schon, freu dich J.P.!
Roschee

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